Wir trauern um Johanna „Hanne“ Bilger

Wir sind sehr, sehr traurig. Die Frau der ersten Stunde, die Seele der Kompanie, die Organisatorin und Kümmererin
des Sinzheimer Frauenhandballs, unsere Hanne Bilger ist am Montag, 8. Juni 2020, nach ihrer langen schweren
Krankheit für immer eingeschlafen. Genau eine Woche zuvor konnte sie noch ihren 72. Geburtstag erleben. Unsere
Gedanken sind bei ihrem lieben Mann Hans, denn er weiß am besten, was wir mit Hanne verloren haben. Die ganze
Sinzheimer Handballfamilie kann sich glücklich schätzen, Hanne gekannt zu haben. Wir sind sehr froh, sie in unseren
Reihen gehabt zu haben.
Denn Hanne war von Anfang an und für viele, viele Generationen der Phönixen da. War sie doch federführend mit
verantwortlich, dass in den Gründungsjahren des BSV Phönix Sinzheim eine Frauen-Mannschaft ins Leben gerufen
wurde. Damals wechselten die gesamten Steinbacher Frauen nach Sinzheim: Der Beginn, der bis heute andauernden
Tradition, des Sinzheimer Frauenhandballs. Mit dabei war Hanne Bilger und sie blieb!
Als Spielerin behielt Hanne auf Rückraum Mitte stets den Überblick, fungierte als Schaltzentrale und hatte auch
immer wieder den Blick für überraschende Momente – etwa dann, wenn das Tor leer stand und sie schnell einen
langen Ball ins gegnerische Netz beförderte.
Nach ihrer aktiven Karriere Anfang der 90er, nahm sie dann auf dem Stuhl Platz: Seit etwa 1995 begleitete Hanne
unzählige Mannschaften als Zeitnehmerin. Bis etwa 2015 prägte sie mit ihrem kühlen Kopf, mit ihrer Übersicht, ihrer
Ruhe und Ausgeglichenheit wie keine Zweite den Zeitnehmer-und-Sekretär-Platz bei den Phönixen. In diesen 20
Jahren hat Hanne mit den Mädels, Frauen und Trainern Höhen und Tiefen erlebt. Sie machte den Durchmarsch von
der Landesliga über die Südbadenliga und 2003 den Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga mit. Und auch
2005, als es wieder nach unten bis in die Landesliga ging, war Hanne dabei. Um dann 2008 wieder den Aufstieg in die
Südbadenliga mitzufeiern.
Das, was Hanne auf dem Spielfeld und als Zeitnehmerin ausgezeichnet hat, das hat sie auch als Mensch
ausgezeichnet. Hanne war immer da, auf sie war Verlass und sie legte Wert darauf, dass alles mit rechten Dingen
zuging. Hanne war ein sehr ehrlicher Mensch, eine unglaublich treue Seele. Gerade in den Anfangsjahren des
Sinzheimer Handballs nahm sie die jungen, neuen Spielerinnen unter ihre Fittiche. Nahm sie mit zum Training,
damals musste teilweise in Greffern und Bietigheim trainiert werden, hielt ihnen den Rücken frei und hatte immer
ein offenes Ohr. Diese Art hat sie nie verloren, auch die noch jüngeren Spielerinnen, also die, die damals noch gar
nicht geboren waren, haben sie später genauso kennen- und schätzengelernt. Hilfsbereit, freundlich und wachsam.
Ging es nach dem Training oder nach dem Spiel noch ins Stammlokal „Sonne“ oder in ein anderes Gasthaus, da
steltlen Hanne und Hans für die Mannschaft schon mal Pommes auf den Tisch, jeder durfte zugreifen. Denn auch
Hans war immer dabei. Er gehörte stets an die Seite von Hanne, war ihr größter Fan und Unterstützer. Hans ohne
Hanne, das ist für uns, für alle Generationen der Phönixen, gerade noch unvorstellbar.
Wir sind unendlich traurig, unsere Vollblut-Handballerin Hanne gehen lassen zu müssen. Wir werden sie, ihre Art, ihr
prägendes Wesen niemals vergessen!
In tiefer Trauer und dankbarer Erinnerung,
der Phönix Sinzheim

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